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Besuch in Pangola im Norden Costa Ricas und Vogelbeobachtungen in der Laguna Lagarto Lodge

7.-10.12.2018

Nach unserem Besuch in der Yatama Lodge und beim neuen Tropica Verde Projekt „Reserva Kinkajou“ sind Alex, Martin und ich weiter Richtung Nicaragua gefahren. Ziel war das kleine Dorf Pangola und wir freuten uns schon sehr, unseren Partner Ulises und seine Familie dort zu treffen.

Das hatte einen ganz besonderen Grund, und wir blicken kurz zurück auf unseren letzten Besuch bei Ulises Ende 2017: Als Michael, Alex, Ulises und ich im Nov. 2017 mit dem Allrad Jeep zur „Reserva Lapa Verde“ von Tropica Verde fahren wollten, sind wir schwer ins schlingern gekommen. Es hatte nachts geregnet und die Strasse war sehr rutschig und matschig. Ulises meinte zu unserer Überraschung, dass die Strasse sogar „ganz ok“ sei, obwohl wir einige male kurz vorm umkippen waren. Dann hatte er uns gesagt, dass es schon en bisschen gefährlich sei mit seinem Motorrad und er auch gerne für die Patrouillen Gänge auf der „Reserva Lapa Verde“ eine zweite Person mitnehmen wolle. Sein grösster Wunsch war ein Quad, um die 2 h Fahrt durch die Regenwaldwege (Strassen wäre zuviel gesagt…) sicher bewerkstelligen zu können.

Mit Tropica Verde haben wir ein Crowd Funding gestartet, ich habe Vorträge gehalten und Spenden gesammelt (besonders grosser Dank geht an die Teilnehmer des Regenwaldvortrags in Cham/Schweiz im Mai 2018) und Partnerorganisationen haben dieses Vorhaben ebenfalls unterstützt. Und so konnten wir innerhalb eines Jahres genügend Geld sammeln, um ein fast neues und robustes Quad zu erwerben, das auch den schwierigen Verhältnissen Stand hält. Dieses Quad hatte Pangola erst wenige Tage vor unserer Ankunft erreicht und steht seitdem bei unserem Freund und Partner Ulises in der „Garage“.

Und so war’s dann auch: Ein glücklicher Ulises hat uns gewohnt herzlich begrüsst mit Kaffee und selbstgemachtem Almendro Eis. Und er hat uns natürlich sofort sein neues Gefährt vorgeführt und ist gleich mal die Hauptstrasse von Pangola entlang geflitzt. Auch Martin und Alex liessen sich technisch einweisen und stellten fest, dass man schon ein bisschen Routine braucht, um es in wirklich schwierigem Gelände maximal zu nutzen. Aller Anfang ist schwer…. 🙂

Und so hatten wir viel Spass an diesem Tag. Wir wurden sehr nett von Ulises und seiner Familie bewirtet während hinten im Haus der Kessel mit Essen über der offenen Feuerstelle vor sich hin brodelte. Ich habe die Chance genutzt, um Ulises und seiner Familie meine Präsentation „Geheimnisse im Regenwald“ zu präsentieren. Dabei spielt er selbst ja auch eine Hauptrolle. Bei der letztjährigen sehr anspruchsvollen Tour und Wanderung zur Reserva Lapa Verde war er unser Guide und hat uns mit seinem Knowhow sehr geholfen. Und wir hatten ja auch ein Interview mit ihm geführt, das ich ihm im Zusammenschnitt vorstellte und als komplette Version überreichte.

Danach haben uns Alex und Ulises zur Laguna Lagarto Lodge begleitet wo Martin und ich 2 Tage verbringen wollten, während die beiden zu einem Meeting bei der CCT (Cientro Cientifico Tropical) weiter nach San José gefahren sind.

Die Laguna Lagarto Lodge ist ein schöner Spot um Vögel ganz bequem von der Terrasse aus zu beobachten, weil diese sich auf der Höhe der Baumwipfel und den konstruierten Futterstellen befindet. Entsprechend turbulent geht es hier bereits am frühen Morgen zu. Fischer Tukane (mit dem bunten Schnabel), Swainsson Tukane und Gangs der Halsband-Arasaris geben sich die Ehre. Rotstirn-Amazonen und Grauwangenpapageien folgen der Fressordnung als nächste während Spechte, Naschvögel und Tangare das nehmen, was an Bananen noch übrig ist. Der Spot ist aber kein Geheimtip mehr. Immer wieder stürmen Gruppen von Fototouristen mit enormem Equipment die Terrasse und der Ort wird zu einer regelrechten Schlacht um das beste Foto. Ein echtes Kontrastprogramm zu den einsamen Regenwaldwanderungen der ersten 2 Wochen. Wir haben uns daher immer wieder abgesetzt und sind z.B. mit dem Kanu durch die Lagune nahe der Lodge gepaddelt. Auch dabei kann man so einiges entdecken: Gruppen der eher seltenen Spinnenaffen streifen durch die Baumkronen, Kaimane lauern im Wasser auf Fische und Oropendulas (grosse Webervögel) verzaubern den Wald mit ihren melodischen Rufen. Gerade in den frühen Morgenstunden oder in der Dämmerung ein schönes Erlebnis!

Ich wünsche euch wie immer viel Spass beim Bilder betrachten.

Bis zum nächsten Beitrag, Pura Vida, Stefan

Zahlreiche Fotos auch zu meiner letzten Reise in die Regenwälder Costa Ricas in 2017 findet ihr unter https://www.faunity.ch/category/regenwald-schutz-costa-rica/

Viel Spass beim Lesen, Betrachten und Stöbern!

Stefan