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Schutzgebiet für den grossen Soldatenara bei Punta Uva

25. Oktober 2017

Bei den Grossen Grünen Aras

Am Morgen des 25.10. wandern wir zunächst mit Susanne, die seit 30 Jahren in Costa Rica lebt, zu Thierry’s Finca nahe der Finca Curré. Der einstündige Fussmarsch durch den Regenwald ist wie ein kleiner Waldlehrpfad für uns, denn Susanne erklärt uns viele Besonderheiten auf dem Weg. Zum Beispiel von der Wanderpalme, die die Ticos auch als „laufende Palme“ bezeichnen, weil sie je nach Lichtverhältnissen ihren Standort wechseln kann. Dies ist zwar wissenschaftlich widerlegt, aber mit ihren hohen Stelzwurzeln, typisch für viele Bäume im Regenwald, ist sie optimal an den Waldboden angepasst. Die Wurzeln der Bäume dienen vielen Tierarten als Versteck und so sehen wir bei genauerem Betrachten auch einen kleinen Pfeilgiftfrosch, das Färberfröschchen zwischen den Stelzen davon hüpfen. Der Färberfrosch ist hoch giftig und die Indianer haben früher ihre Pfeilspitzen in das Hautsekret des Frosches getunkt um so leichter Beute machen zu können. Daher auch der Name „Pfeilgiftfrosch“. In den Ästen über uns hat sich mittlerweile eine Gruppe Weisskopf-Kapuzineraffen versammelt, die lautstark auf sich aufmerksam machen. Susanne erklärt uns, dass sie recht aggressiv werden können und wollen uns als Eindringlinge aus ihrem Revier vertreiben. Heute starten wir auch unseren ersten Drohnenflug über der Finca Curré. Der Regenwald-Jungfernflug klappt gut, aber leider ist es ist zu feucht und dunstig, um gute Aufnahmen zu bekommen. Wir müssen auf besseres Wetter in den nächsten Tagen warten.

Wir beschliessen daher, dem Schutzprojekt für die „Lapa Verde“, den Grossen Grünen Ara (oder Grosser Soldatenara) im noch gut bewaldeten Hinterland von Punta Uva einen Besuch abzustatten. Vielleicht ergibt sich auch eine Zusammenarbeit hinsichtlich der Finca Curré oder dem Tropica Verde Ara-Schutzgebiet bei Maquenque, das wir einigen Tagen besuchen werden. Bei Punta Uva geht eine Stichstrasse 2 km einen steilen Hügel hinauf und man kommt in einen sehr schönen Regenwald, in dem die grossen Vögel ausgewildert werden. Duardo, ein Keköldi Indianer mit viel Knowhow über die seltenen Vögel, erklärt uns das Projekt, dessen Ziel es ist, diese grösste Ara-Art an der Karibikküste wieder heimisch werden zu lassen. Mit guten Chancen, denn mittlerweile gibt es bereits 35 Individuen, die dort nisten.

Noch vor 150 Jahren gab es grüne Aras flächendeckend in Costa Rica. Um 2000 waren sie in Costa Rica fast ausgestorben, es gab nur noch 80 Brutpaare, beschränkt auf ein kleines Gebiet am Grenzfluss zu Nicaragua. Tropica Verde hat ein für die Aras wichtiges Waldgebiet mit den von ihnen bevorzugten grossen Berg-Mandelbäume (Almendros) unter Schutz gestellt. Mit Erfolg, denn mittlerweile haben sie sich dort wieder deutlich vermehrt.

Das Ara Schutzprojekt von Punta Uva beruht auf einem anderen Konzept, denn die Basis bieten hier aus Gefangenschaft befreite Vögel. Sie wurden seit 2009 wieder erfolgreich an die Natur gewöhnt. Und sie fanden eine neue Nahrungsquelle, nämlich die kleinenStrand-Mandelbäume, die sich entlang der Karibikküste vermehrt haben und ursprünglich aus Indien stammen. Die Aras erkunden die nähere Region, kehren aber aufgrund des guten Futterangebots immer wieder in dieser Reserva zurück, wo man kann sie gut beobachten kann. Der biologische Korridor, zu dem auch die Finca Curré gehört, kann für die grossen grünen Soldatenaras zukünftig ein ausreichend grosses Gebiet darstellen, um sich wieder zu vermehren und eine Wiederansiedelung der hier bereits ausgerotteten Art zu ermöglichen. Ein schönes Beispiel für aktiven Naturschutz! Ein paar Fotos unten zeigen diese schönen Vögel.

Fortsetzung folgt…..