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Regenwaldschutz in Costa Rica –

Der Wald auf der Finca Curré bei Nacht

29. Oktober 2017

Schon bald nachdem die Sonne untergegangen war und der Mond ab und zu zwischen den Baumwipfeln hervorblitzte, sind wir mit Taschenlampen in den Wald eingetaucht, in der Hoffnung, das eine oder andere Nachttier beobachten zu können. Über 4 Stunden sind wir in der Dunkelheit bei immer noch schweisstreibender Schwüle über Wurzeln und durch Bäche gewandert.

Noch in der Abenddämmerung fanden wir das Erdbeerfröschen (Titelbild) auf der Suche nach einem Platz für die Nacht. Diese, zu den Pfeilgiftfröschen gehörende Art, ist tagaktiv, und wie alle Pfeilgiftfrösche scheidet sie ein sehr giftiges Hautsekret ab. Die knallrote Warnfarbe hat das Fröschchen somit nicht umsonst.

Während die tagaktiven Pfeilgiftfrösche mit ihren kleinen schwarzen Augen sich jetzt verstecken, werden die nachtaktiven Laubfrösche mit ihren grossen Augen jetzt munter und überall hört man ihre „keck keck keck“ Rufe. Wir bekamen einen turnenden Rotaugenlaubfrosch vor die Linse. Die Weibchen legen nach der Paarung einzelne Eier auf Blättern über kleinen Gewässern ab. Darin entwickeln sich die Kaulquappen (siehe Fotos, man kann die Kaulquappen erkennen) und gelangen dann vom Blatt ins Wasser. Der Froschlaich wiederum ist eine begehrte Mahlzeit für nachaktive Nattern wie zum Beispiel die Katzenaugennatter mit ihren grossen Augen (siehe Foto).

Die Katzenaugennatter, besonders wenn sie noch klein ist, muss ihrerseits auf der Hut sein, denn mit voranschreitender Nacht werden auch die Spinnen sehr aktiv (siehe Bild mit Natter und Kammspinne). Wir haben zahlreiche Arten entdeckt, die allesamt keine Radnetze bauen, sondern aktiv als Jäger unterwegs sind. Ganz spannend ist zum Beispiel die Kescherspinne, die sich von einem Ast herunterbaumeln lässt und zwischen den Beinen ein kleines Fangnetz wie einen Kescher trägt. Es schimmert bläulich und ist sehr klebrig, sodass die Opfer damit leicht eingefangen werden können. Auch andere Jagdspinnen, die ihr Opfer verfolgen und durch einen schnellen Biss lähmen sind unterwegs. Wie zum Beispiel die hellbraune giftige Kammspinne (Phoneutria nigriventer), deren Biss auch für den Menschen sehr unangenehm ist. Trotz ihrer gewaltigen Kiefer ist die monströse Geisselspinne für den Menschen völlig ungefährlich. Trotz ihres Aussehens wie ein Urzeit-Monster….

Und wohin man auch schaut, ständig sieht man neue interessante Geschöpfe. Wie zum Beispiel die grosse Schnappkiefer-Ameise, die gewaltige Kiefer hat, die sie mit der höchsten gemessenen Geschwindigkeit des gesamten Tierreichs schliessen kann (64 m/sek). Und dazu noch mit einer Kraft des 300fachen ihres Körpergewichts. Also besser nicht den Finger dazwischen bekommen…. Man sieht fingerdicke Tausendfüssler, ganz auf sich konzentriert und innig umschlungen. Und dann haben wir eine kurzflügelige Heuschrecke gesehen, die dem Reich der Fabelwesen entsprungen zu sein scheint mit einer Erscheinung wie ein geflügeltes Pferd. Und, und, und….

Fortsetzung folgt…..