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Agrarökologische Projekte und Tierwelt bei Puerto Viejo de Talamanca

26. – 28. Oktober 2017

Bei unseren Partnern für gemeinsamen Regenwaldschutz an der Karibikküste

In den letzten 3 Tagen haben wir nochmals unsere Partner im Regenwald bei Puerto Viejo besucht. Mit Thierry haben wir ein Interview im Wald bei Regen (war authentisch aber auch eine Herausforderung weil wir am Ende klatschnass waren…:-)) gemacht und ihn zum aktuellen Status der Wälder dort und den Risiken bezüglich Abholzung befragt. Das geschnittene Interview veröffentlichen wir am Ende der Reise.

Auch mit Ken von „One World“ haben wir Interviews auf seiner ökologischen Farm gemacht. Er betreibt nicht nur biologischen Anbau verschiedener Gemüse- und Fruchtsorten in Mischkultur, sanft integriert in den Wald und mit Unterstützung durch die Natur, sondern arbeitet auch viel nach indianischer Tradition. Zum Beispiel nutzt er die Mondphasen beim Beschneiden oder Pflanzen von Bäumen. Nur bei Vollmond sammelt er beispielsweise Blätter zum Decken der Dächer, da diese dann weniger schnell verrotten. Er hat auf seiner Farm ein detailliertes und effizientes Recycling-System entwickelt, alles an Abfall wird verwertet. Das beinhaltet Bioreaktoren vom Schweinestall wo das produzierte Methan zur Energiegewinnung verwendet wird. Das für die Düngung gewonnene Biol wird stark verdünnt auf die Agrarflächen ausgebracht und abfliessender Dünger endet in einem Reinigungs „Pond“. In diesem wird das Abwässer geklärt und die durch die Nährstoffe rasch nachwachsenden Schwimmpflanzen werden mit einem Rechen herausgefischt und dienen wiederum getrocknet als Futter für die Tiere. Überhaupt gibt es sehr einfache aber hocheffiziente Trocknungsanlagen, die nur die Sonnenenergie benötigen und mit denen er aus Pflanzenabfällen sehr proteinreiches Super Food für die Tiere herstellt. Auch die Zuckerrohr-„Maschine“ zum Entsaften wird nicht wie üblich von einem stinkenden Dieselgenerator angetrieben sondern zu dritt mit den eigenen Händen. Selbst einen Holzvergaser gibt es, der nicht nur mit Holz sondern auch mit getrockneten Abfällen wie Kokosnussschalen „gefüttert“ wird. Mit den entstandenen Produkten können Autos gefahren oder Elektrizität erzeugt werden. Da Ken nicht alles selbst bewerkstelligen kann, benötigt er für seine agrarökologische Arbeit immer Kurzzeitvolontäre (Aufenthalt ca. 1 Woche) oder Langzeitvolontäre (Aufenthalt von 3 Monaten oder mehr). Wer Interesse hat, kann sich auf seiner Website www.planetoneworld.org informieren oder über diese Kontakt aufnehmen.

Beim Wandern durch diese Gebiete und den angrenzenden noch fast unberührten Regenwald haben wir natürlich auch wieder die eine oder andere Aufnahme von Tieren und Pflanzen gemacht, wie zum Beispiel dem Rotaugenlaubfrosch. Er ist nur nachts aktiv und benötigt seine grossen roten Augen zum Jagen in der Dunkelheit. Auch dem Ara Projekt habe ich nochmals einen Besuch abgestattet, um einige Videos zum Sozialverhalten der grössten Papageienart zu machen. Ein paar Bilder seht ihr weiter unten.

Fortsetzung folgt…..