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Im Cahuita Nationalpark und bei den Bribri Indianern

2. November 2017

So, jetzt hat es lange gedauert, bis ich den Blog updaten konnte, da wir 4 Tage ohne Internet waren im Dschungel an der Mündung des Rio Pacuare, nördlich von Tortuguero. Aber der Reihe nach. Von Puerto Viejo sind wir am 30. Oktober zunächst nach Cahuita gereist und sind dort 4 Tage geblieben, um durch den Dschungel zu wandern. Ausserdem wollten wir das Dorf Bribri zu besuchen, in dem der überwiegende Teil der Bevölkerung indianischen Urprungs ist.

Wenn man in Cahuita ankommt, erinnert einen nicht mehr viel an das eher pulsierende Leben in Puerto Viejo. Seit ich vor knapp 30 Jahren zum ersten mal hierher kam, hat sich nicht wirklich viel verändert. Im Gegenteil, Cahuita scheint ein bisschen den Anschluss verpasst zu haben. Man sieht viel Marihuana Konsum und viele Rastas, die sich irgendwie versuchen, durch das Leben zu hangeln. Viele auch von Alkohol und Drogen gezeichnet. Es ist sehr ruhig im Dorf, ab 19.30 sieht man kaum noch jemand in den Restaurants und Bars. Nur ab und zu torkeln ein paar Betrunkene durch die Strassen.

Wir sind hierher gekommen, weil der Cahuita NP für seinen Schlangenreichtum bekannt ist. Letztes Jahr waren wir hier sehr fündig. Dadurch waren die Erwartungen gross. Aber, um es vorweg zu schicken, trotz grösster Bemühungen, Umwälzen von Laub, dem Umdrehen von Rinden und Holz und trotz ständigem Scannen mit Röntgenaugen in den Büschen, haben wir nur eine gelbe, giftige Greifschwanzlanzenotter gefunden. Aber wir haben einiges anderes entdeckt, wie man an den Fotos unten sehen kann.

Apropos entdecken: Ich habe mal ein Bild in den Wald gemacht (Foto Nr. 3), auf dem die knallgelbe Lanzenotter so zu sehen ist, wie wir sie zunächst aus ca 8 m entdeckt haben. Seht ihr sie?  Gar nicht so einfach, gell… Im nächsten Bild seht ihr sie dann aus der Nähe in voller Pracht. Es ist immer wieder faszinierend, wie ein so schrilles buntes Tier im grün-gelb-braun und hell-dunkel des Regenwalds verschwindet…. Gleichzeitig weiss man, dass wir wahrscheinlich vielen Schlangen begegnet sind, ohne sie zu sehen. Aber sie uns….

Ähnlich wie der kleine Gelbkopfgecko. Als eine Gruppe Touristen mich fragte, was ich da eigentlich am Baum fotografiere und sie dann einen Meter vor dem Astloch standen, aus dem er seinen Kopf steckte, gaben sie verzweifelt auf. Nix zu sehen, der Typ spinnt doch …. :-)). Mit der Makrolinse im Folgefoto erscheint der scheinbar Unscheinbare dann in schönem Farbkleid. Auch grelle Farben können im Regenwald perfekte Tarnung sein….

Für den knallgrünen Helmbasilisk ist die Farbe ohnehin kein Nachteil, weil er schlichtweg super schnell wegrennen und sogar übers Wasser laufen kann. Ist so, kein Witz: Dabei klappt er seinen langen Schwanz nach oben und drückt sich mit seinen langen Hinterfüssen immer so von der Wasseroberfläche ab, dass er deren Spannung zum Abstossen nutzen kann. Die Schnelligkeit machts, ähnlich wie bei einem Kieselstein den man übers Wasser hüpfen lässt. Ansonsten sind wir noch einer Menge kleiner und grösserer Tiere begegnet, wie den blauen Dschungel-Krabben, den Mangroven Waschbären (die gerne solche Krabben fressen), den Gelbohr-Fledermäusen (unterm Palmendach den Tag verschlafend) und verschiedenen Eidechsen- und Affenarten.

Weiter unten kommen einige Fotos zum kulturellen Beitrag dieses Berichts. Tropica Verde arbeitet beispielsweise seit 3 Jahren mit drei Schulen in Bribri zusammen, um die Umweltbildung und die Sensibilisierung der Kinder für den Walderhalt und den Umgang mit Wasser zu schärfen. Die Schulen haben am 2. November ihr jährliches Umweltfest (Festival Ambiental) gefeiert und haben uns extra dazu eingeladen. Organisiert wurde das Fest von der ACBTC (Asociacion Corredor Biologico Talamanca Caribe), mit der Tropica Verde seit über 10 Jahren zusammen arbeitet. Wir haben zahlreiche alte Freunde begrüsst und neue Freundschaften geschlossen. Dazu zählen die Aktivisten des Corredor Biologico Manuel und Juan-Carlos oder auch Lehrer wie Santiago, der Schulklassen aus verschiedenen Dörfern an der Karibikküste zwecks gemeinsamer Naturschutzaktivitäten zusammenführt. Die Kinder waren sowieso super stolz, ihre Tänze, Gesänge und Schauspieleinlagen vorführen zu können. Eine Schauspieleinlage, die mir sehr nachhaltig in Erinnerung blieb, lief so ab: 2 Kinder als Bäume verkleidet wurden von 2 Kindern mit Motorsägen „gefällt“ (s. Foto). Darauf kamen zwei als Grüne Aras verkleidete Kinder und suchten ihre „Futterbäume“. Während sie das taten kamen von hinten 2 Kinder als Jäger verkleidet und erschossen die Aras. Schon drastisch, wie die Kinder versuchten, die Realität in den Wäldern darzustellen…. Ansonsten gab es viele Aktivitäten zur Umweltbildung. Kinder forschten an Mikroskopen, stellten Schutzprojekte zur Rettung der letzten Seekühe (Mandates, es gibt nur noch knapp 200 Exemplare in Costa Rica)  oder der Grossen Soldatenaras vor. Zum Schluss habe ich noch spontan einem lokalen Radiosender ein Interview gegeben mit viel Lob für die Veranstalter des Festival Ambiental.

So, jetzt habe ich aber genug geschrieben, viel Spass beim Fotos schauen…..

Fortsetzung folgt…..